[gurkenwasser]

Deutschlandplan

Posted in Kognition by gurkenwasser on 4. August 2009

die Sozialdemokraten haben am Montag ihr Wahlprogramm, den sog. Deutschlandplan offenkundig zur Schau gestellt. Wie schon beim Blick auf die Mitglieder des Kompetenzteams auffällt, ist es wohl kaum verwunderlich, dass der Punkt der Gleichstellung von Mann und Frau auch einer ihrer Kernthemen im Wahlkampf sein wird. Versprochen wird, dass beim Sieg der SPD der Anteil von Frauen im Kabinett auf 50% ansteigt. Das ist im dem Sinne m.E. sehr wichtig, weil auch kaum jemand nach Inhalten fragt, sondern schon seit jeher die Verpackung wesentlich interessanter war. So erscheint es, als rücke die Frage nach der Fähigkeit einen Posten oder eine Postition zu besetzen in den Hintergrund. Frauen sind also schon vor der Wahl die großen Gewinner, dabei wäre es doch wünschenswert, wenn die Besinnung recht schnell eintritt und die Auswahl nach vorhandenem Potential entschieden würde und nicht nach dem Geschlecht.

Weiterhin wird da eine Polemik entfacht über die Wahrscheinlichkeit, bis zum Jahr 2020 eine sog. Vollbeschäftigung zu erreichen. Die Frage nach dem wie? sei jedem gestattet, der die Grundzüge der sozialen Marktwirtschaft auch nur annähernd verstanden hat. Wie soll die Politik, die der Wirtschaft lediglich den Handlungsrahmen definieren soll, in der Lage sein Arbeitsplätze zu schaffen? Nach planwirtschaftlichem Muster vielleicht? Der Staat gibt vor, der Bürger handelt, Wettbewerb kennen wir nur aus dem Fernsehen. Objektiv betrachtet würde das dem Verständigen suggerieren, dass die Politk mit ihren Akteuren viel eher in der Lage ist zu wirtschaften, als das Millionen Marktteilnehmer sind, die wissen, wie der Wettbewerb funktioniert. Aus einer anderen Perspektive betrachtet wäre es natürlich wünschenswert wenn zukünftig Vollbeschäftigung herrsche. So könnten die Schulden, die dem Steuerzahler durch die Weltwirtschaftskrise aufgebürdet wurden, schneller abgetragen werden und die Altlasten für die nächste Generation wären geringer.

Neben dem Wahlkampfschlager Wirtschaft und Arbeit ist aber auch der Punkt Bildung zu vernehmen. Da sticht der Punkt ins Auge, dass die Zahl der Schüler mit Hochschulreife im Jahr 2020 bei 50% eines Jahrgangs liegen soll. Die Hochschulabsolventen sollen sich bis dahin verdoppelt haben. Bei der Betrachtung der aktuellen Lage ist dieses Ziel nicht mal unglaubwürdig. In meinen Augen ist das Niveau der Lehre auf einem desaströsen Tiefpunkt. Wie schon weiter oben erwähnt scheint heute nur noch die Verpackung zu zählen, der Inhalt, also das Wissen, tritt fast vollkommen in den Hintergrund. Zielorientierte Lehre, da geht es um Schnelligkeit und eine gute Platzierung im Gesamtranking. Gewiss sind Bestandteile des Bolonga-Prozesses unverzichtbar, dennoch fördert ein auf Schnelligkeit getrimmtes und modifiziertes Studium nicht die Lust und Interesse an relevanten Themen. In der aktuellen Lage ist es Studierenden kaum möglich sich fundiert über interessante Themengebiete zu informieren, sich zu orientieren und Schwerpunkte festzulegen. Die Informationen kommen auf den Teller und von da werden sie mit aufgesetzten Scheuklappen gefressen. Mit dem Ziel im Kontext zum Schluss als Beste(r) da zu stehen. So wird eine egozentrische Ellbogengesellschaft gezüchtet, aber keine zukunftsorientierten Schüler und Studenten ausgebildet.

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