[gurkenwasser]

Die Bahn kommt

Posted in Kognition by gurkenwasser on 17. August 2009

die Vorfreude steigt. Nur nochmal schnell von der Website bestätigen lassen dass alles nach Plan läuft und auf Nummer sicher gehen, dass man auch die richtigen Zahlen zum Gleiswechsel im Kopf hat. Und da stand er, der Plan. Rote Zeichen machen allerdings deutlich, dass hier was nicht nach Plan läuft. Und so werden aus der eigentlichen Pufferzeit von 10 Minuten, in der man durchaus sehr locker zum nächsten Gleis stampfen kann, 2 Minuten. Hier wird also ein Sprint erforderlich, dem sich offensichtlich noch mehrere Passagiere anschließen wollen, denn umso näher der Bahnhof des Umsteigens kommt, desto dünner wird die Luft vor der geschlossenen Tür. Die aufgeregte Menschenfülle schaut akribisch auf die Uhr, wirkt nervös und fiebert hydrierend dem zischenden Entriegeln der Türen entgegen. Die Bahn steht, die Türen springen auf, Menschen rennen los.Im letzten Moment noch den anvisierten Bahnsteig erreicht um nach Luft schnaufend den Regionalexpress mit Anwesenheit zu beglücken. Dieser macht auch keinen Hehl daraus sich im nächsten Moment in Bewegung zu setzen.

Der Abend nimmt seinen Lauf und irgendwann ist auch dessen Ende erreicht. Nach kurzer Überlegung, dem Blick auf Uhr und Plan wurde die Dringlichkeit ins Bewusstsein gerufen, dass der nächste Sprint anliegt. Es wäre jedoch langweilig, wenn hier keine Steigerung stattfinden. So wurde aus Bahnsteig zu Bahnsteig schlicht Innenstadt zu Bahnhof. Aus 200m also 2000m. Mit gesunder Farbe im Gesicht und dem plötzlichen Verlangen ins heimische Bett zu fallen, suchten wir uns also einen Platz im Zug dieser Richtung. Erstaunlich ruhig und behutsam gondelte uns die Regionalbahn also wieder zurück.

Sehr verehrte Mitreisende, aufgrund von Bauarbeiten verzögert sich unsere Fahrt um 20 Minuten. Ich wiederhole…

Die Rechnung, wie viel Zeit uns noch von dem 10 minütigen Zeitpolster bleibt, ist recht einfach und doch so bitter. Die Ansage, dass Passagiere nach Heidelberg ihren Anschlusszug noch erreichen werden, er wiederholte, dass die Passagiere den Anschlusszug… tröstete hingegen kaum. Vor den Türen sammelten sich diesmal keine Menschenmassen und auch zum Sprint setzte niemand mehr an. Auf dem Bahnsteig war es ruhig, die Passagiere schlenderten dem Ausgang entgegen und fanden eine Ansammlung Taxen, deren Motoren liefen.

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Eine Antwort

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  1. Leon Hartner said, on 17. August 2009 at 20:32

    in dergleichen Situation lobe ich mir meine Uhr, eine nicht mal 50Euro teure Casio Digitaluhr 🙂 …wenn um 01:30 wieder mal jemand vor den Zug springt, kann man getrost den Wecker stellen und schlafen, bis die entsprechende Verzögerung abgewartet ist.

    [disclaimer] das geht zwar auch mit einem Handy… aber das würde ich nie so ins Herz schließen 🙂


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