[gurkenwasser]

Wieso nicht einfach zusammen?

Posted in Kognition, Politik by gurkenwasser on 20. September 2009

Wie man im Wahlkampf vernehmen kann, werden über die notwendigen Präferenzen der einzelnen Fraktionen wahre Koalitionsversprechen gegeben. FDP nur mit der Union, Grüne nicht als Mehrheitsbeschaffer der Union, SPD in keinem Fall mit den Linken. Natürlich ist es nicht vollkommen zu missachten, was passieren könnte, wenn man die einzelnen Parteien wählt, aber wen der – mit Verlaub – ernsthaften Wähler interessiert es vor der Wahl, wer nach der Wahl mit wem nicht zusammen arbeiten will? Grundsätzlich sollte es doch zweitrangig sein, wer im Endeffekt mit dem die Interessen durchboxt. Das vorrangige Ziel der Fraktionen sollte doch sein, eine Vielzahl der in ihrem Wahlprogramm offerierten Aussagen zum Schluss, also nach der Wahl, auch umzusetzen.

Stattdessen ist zu vernehmen, dass über Schnittpunkte oder gar eine Schnittmenge diskutiert wird. Dabei frage ich mich, näher betrachtet, was das sein soll. Eine Schnittmenge. Eine Schnittmenge ist in meinen Augen eine Übereinstimmung der parteiprogrammatischen Inhalte. Sollte ich damit das goldene Pferd erlegt haben und denkt man diesen Gedanken mal weiter ist eine perfekte Koalition also ein Verbund zweier Fraktionen mit dem gleichen Inhalt, mit übereinstimmenden Zielen ebenso der Wege dahin. Da frage ich mich, weshalb wir die in vielen Augen so komplizierte Parteienlandschaft nicht einfacher gestalten und anstatt sechs Parteien bzw. fünf Fraktionen nicht einfach Lager bilden. Oder Pools um es mal zeitnah auszudrücken.

Da gibt es das selbsternannte bürgerliche Lager aus FDP und CDU/CSU und das soziale Lager aus SPD, Grünen und Linken. Aber eigentlich…nein. Das würde ja implizieren, dass das soziale Lager nicht bürgerlich und das bürgerliche Lager nicht sozial ist. Jedenfalls muss an den Namen noch gearbeitet werden, aber rein theoretisch ist das doch nur die aktuelle Situation weiter gedacht. Das würde den Wahlkampf erleichtern da man nur noch einen politischen Gegner hat, was zudem vielleicht auch so manchen Inhalt in die Wahlkampfpolemik bringen würde. Der wahlberechtigte Bürger würde also vielleicht auch vor der Wahl schon erfahren, was ihn nach der Wahl erwartet und auswendig gelernte Phrasen würden vielleicht auf ein Mindestmaß reduziert.

Das würde zumindest so lange funktionieren, wie es nur diese beiden Pools über die 5% Hürde schaffen. Sobald die „kleinen Parteien“ mehr Zuspruch bekämen, würde das Theater dann wieder von vorne beginnen. Festzuhalten bleibt, dass der Plan zwar nicht nachhaltig ist, aber zumindest für Ruhe und Besinnung sorgt anregt. Da fällt mir ein, ich muss noch Glühbirnen kaufen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: