[gurkenwasser]

München

Posted in Freiraum by gurkenwasser on 13. Oktober 2009

hEs war nicht gelogen, alle Vorurteile wurden bestätigt. München ist eine tolle Stadt.

Die Reise hat einige Zeit, Mühe und Schmerzen gekostet. Mit der gewöhnlichen Verspätung der kleinen roten S-Bahn geht es also auf den Weg zur großen weißen schnellen Eisenbahn, dem ICE. Der volle Bahnsteig und die Menschentraube, die sich beim Öffnen der Türen vor jedem Eingang bildete zeigt, was die Bahn mit ihrer Ankündigung meinte: Es wird voll, reservieren sie sich einen Sitzplatz. Zu allem Frust rebellierte die Technik und die Fahrt startete mit einem Zugabteil weniger. Bei gleicher Anzahl Menschen konnte also beruhigt die Abteilheizung abgedreht werden. Menschen stapelten sich, nahmen auf dem Boden Platz und fabrizierten ganzheitlich, an eine Laola-Welle erinnernde, Stand-ups bei jedem Durchstolpernden auf dem Weg zum Hygienecenter. Im Schiefstand memorierte ich: Weiss’e Bescheid. Rückfahrt wird besser.

Am Münchner Hauptbahnhof angekommen und alle Knochen sortiert, also auf den Weg durch das dunkle München. Erster Eindruck: Frankfurt, nur irgendwie sauberer. Die Meinung änderte sich jedoch umgehend nach dem Aussteigen am Marienplatz und den vor einem Schaufenster musizierenden Musikanten. Wo man überall Geige, Akkordeon oder Mundharmonika vermutet, spielen in Münchens Innenstadt orchestrale Combos aus aufgestelltem Flügel, Violine, Kontrabass und dem anderen notwendigen Handwerkszeug. Wo im Normalfall eine Mütze mit dreckigem Geld liegt, steht hier ein Tisch mit Decke und zum Kauf angebotenen CDs der Kapelle. Die Menschen bleiben stehen, lauschen, klatschen freudig und spenden lachend für das Dargebotene. Der Platz auch ansonsten mit kleinen friedlich wirkenden Inseln aus Menschen vollgestellt. Die Stimmung ist gut.

Auch während des Streifzuges am hellen Tag trügt der Schein nicht, dass ein gewisses Wohlgefühl über der Stadt liegt. Aber das erwähnte ich bereits an anderer Stelle. Im Englischen Garten tummeln sich Lauffreudige ebenso wie Hunde mit Menschen und andächtig einladende Parkbänke in den harmonischsten Ecken. Sogar der Biergarten im Herzen ist nicht nur zu Fuß erreichbar, sondern sorgt auch mit einer Bushaltestelle für eine trockene Rückkehr im Regenfall. Historische Sehenswürdigkeiten bedienen die Augäpfel ebenso wie der im Olympiapark stehende Olympiaturm, von dem aus man in 260 Meter Höhe einen fantastischen Blick über die Stadt hat. Ohne Wolken- und Regenfilter vor der Sonne soll man sogar die Berge sehen können.

Drei Fußmärsche und ein erfolgreiches Fußballspiel weiter, wir befinden uns in einem Gasthof und ich darf erfahren wie es sich anfühlt nicht die bayrischen Biergepflogenheiten zu kennen. Dass zwischen einem Hefeweizen und einem Hefe ein Unterschied von mindestens hell bis dunkel liegt, dadrauf bin ich erst nach der freundlich aufklärenden Beratung der Bedienung gekommen.

Neben richtungswechselnden Rolltreppen und ultramodernen U-Bahnen bleibt aber festzuhalten: München ist eine Großstadt, wie jede andere auch. Aber es wird bestimmt nicht mein letzter Besuch gewesen sein.

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