[gurkenwasser]

E-Book-Reader auf dem Vormarsch

Posted in Kognition, Lesen by gurkenwasser on 17. Oktober 2009

Zu einer Zeit, in der man von E-Book-Reader nur lesen, aber noch nichts sehen konnte, war meine Fantasie dafür zuständig Bilder dieser kleinen viereckigen Geräte zu zeichnen. Mittlerweile – spätestens seit der Buchmesse – sind die Geräte überall abgebildet. Auch in den Zeitungen liest man Artikel über die Revolution des Lesens, während man mit einem Ohr vernimmt, dass Google sich mit zahlreichen Verlagen über die Legitimität des Digitalisierens von Printmedien („Einscannen“) streitet. Obwohl diese Tatbestände und Gegebenheiten vor einem gewissen sinnstiftenden Hintergrund abgetratscht werden, stellt sich mir dennoch die Frage nach dem Nutzen. Wo wird das so genannte Kindle, das Gerät zum Lesen der E-Books, auf dem Markt positioniert? Welche Klientel soll damit angesprochen werden? Vermutlich wird es irgendwo zwischen Notebook und Smartphone aufgestellt sein in der Zielgruppe der zukunftsversierten Bildschirmjunkies.

Dennoch will sich mir die Vorstellung, zukünftig das Lesen auf einem Bildschirm zu praktizieren, nicht so ganz einprägen. Das hat wahrscheinlich den Grund, dass beim Lesen eines Buches eine gewisse Atmosphäre erzeugt wird, das Umblättern – so unterbewusst es doch ist – beim Lesen auf elektronischem Grund wegfällt. Der Duft des bedruckten Papiers durch den des Plastiks ersetzt wird.

Weiterhin wird das Lesen auf einem Kindle vermutlich nicht nur den Büchermarkt betreffen, sondern sich auf den Informationsmarkt der Zeitungen ausweiten, sodass einem der allmorgendliche Weg zum Briefkasten erspart bleibt und das Kindle die Zeitung per e-paper schon vor dem Aufstehen parat hält. Neben des himmlischen Dufts frischer Druckerschwärze würde auch hier die Atmosphäre fehlen und sich die Angst, das Gerät mit Kaffee zu tränken, breit machen.

Was die Anwendungen angeht, stellt sich mir ohnehin das Rätsel, weshalb ich in ein Kindle investieren sollte, wenn das Smartphone oder das Notebook ohnehin mit dieser Funktion betraut sind. Für jegliche Zwecke, sei es das Lesen im ÖPNV oder im trauten Heim, sind die Lösungen nach meiner Ansicht vollkommen und ausgereift und das Kindle wäre somit nicht wettbewerbsfähig. Das Smartphone als mobile und kompakte Lösung schreiten dem Kindle ebenso vorweg wie das Notebook, das ein vielfaches der Funktionen vereint. Ich bin gespannt, ob sich diese Lösung etabliert.

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