[gurkenwasser]

Klimazipfel

Posted in Kognition, Politik by gurkenwasser on 23. Dezember 2009

Als Gipfel wird ganz allgemein der höchste Punkt bezeichnet. Der höchste Punkt eines Berges zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass es auf der einen Seite bergauf, auf der anderen Seite bergab geht. Etwas leichter war der Gipfel zu »Hopenhagen« zu erreichen. Nämlich vollkommen ohne Anstieg. Aber auch ohne Abstieg. Die Konferenz endete nicht nur ohne Abschlusserklärung, sonder auch ohne eine moralische Botschaft. Die Definition von Zielen für einzelne Länder, wie sie einst im Kyoto-Protokoll festgehalten wurden, steht ebenso im Ungefähren, wie das Abkommen über das zuvor viel gepriesene Zwei-Grad-Ziel.

Auf eine gewisse Weise auch nicht überraschend, denn immerhin sollten 193 Staaten am Projekt beteiligt werden. Das bedeutet 193 Stimmberechtigte. Wie schwer es sein kann unter dieser Vielzahl zu einem Konsens zu kommen wird nicht erst bewusst, wenn man sich die Absichten und Positionen der Mitglieder betrachtet. Da sind die USA, die sich im Rahmen des Klimaschutzes zum ersten Mal auf internationaler Bühne verpflichten. Die schnell wachsenden Schwellenländer wie China und Indien, die Entwicklungsländer und eben auch die EU.

Auch wenn das Bewusstsein über die Entwicklung des Klimas und der Natur in den Köpfen eingepfercht ist, wird die größte zu überwindende Blockade die verschiedenen Postionen und Perspektiven sein. Wie schon erwähnt sind die USA zum ersten Mal bereit sich konkreten Zielen in einem Abkommen zu unterwerfen. Bisher hat sich deren Wirtschaft entsprechend entwickelt, sodass Beobachter aus Entwicklungsländern aus gutem Grund die Fragen stellen dürften, weshalb der eigene Staat sich internationalen Zielen anpassen soll, während andere, größere und in ihrer Wirtschaftskraft stärkere Staaten unverändert auf Kurs bleiben. Es ist ein Paradoxon, dass die hauptsächlich klimagefährdenden Staaten auch eine übermächtige Rolle in der Entscheidungsfindung zum Klimaschutzabkommen darstellen. Schon im Wort enthalten ist die Situation der Entwicklungsländer, die mit dem Unterzeichnen des von Kopenhagen erwünschten Papiers, nur als Verlierer abschließen können.

Vielmehr als nur die Begrenzung des Schadstoffausstoßes, sollte ein Anreiz geschaffen werden, der nicht nur die Entwicklungsländer dazu bewegt auf umweltschonende Technologie in der Entwicklung zu setzen. Denn durch die Verabschiedung eines Abkommens, das weit reichende ökologische Folgen, im engeren Sinne Begrenzung und Reduzierung des Niveaus, anvisiert, rückt ein nachhaltiger Erfolg in immer weitere Ferne.

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2 Antworten

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  1. germanpittsburgher said, on 23. Dezember 2009 at 13:35

    Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Für mich liegt es auch völlig auf der Hand das die Industrieländer bedeutend mehr für den Klimaschutz tun müssen als die Entwicklungsländer. Es ist sehr bedauerlich das bei dem Klimagipfel keine verbinldichen Vereinbarungen getroffen wurden. Ich hoffe nicht das wir das zu sehr bereuen werden.

  2. Jens said, on 23. Dezember 2009 at 14:14

    „Wir wissen es eigentlich besser, machen aber trotzdem weiterhin alles falsch…“

    Es ist mir unbegreiflich, warum man sich bei so etwas nicht einigen kann, da es doch alle betrifft und bei einer Lösung alle davon profitieren.


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